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Fussballweltmeisterschaft auf Papier
Zur Ausstellung "Alinde - Fußball weltmeisterschaft auf Papier" im "Orplid bei Heindl - Kunst in Schäftlarn".
Schäftlarn - Gestandene Mannsbilder auf der ganzen Welt sind mit Leidenschaft dabei, kleine Fußballerbildchen zu tauschen, um bis zum Beginn der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland ihr Album füllen zu können. Warum soll nicht auch eine Malerin sich von der Passion für die "schönste Nebensache der Welt" anstecken lassen? So ist es Alinde Rothenfußer ergangen, Begfründerin der Galerien Orplid in Icking und Solln und gelegentlich Gast bei "Heindl- Kunst in Schäftlarn", jedoch ebenfalls selbst seit vielen Jahrzehnten als Malerin tätig. Nach gänzlich anderen Themen, etwa "Labyrinth", "Tausend und eine Nacht" oder "Engel" hat sie sich nun der Fußballer angenommen. In einer Vielzahl farbiger Kreidezeichnungen auf Papier ist sie der Faszination dieses erfolgreichsten Wettkampfsports aller Zeiten nachgegangen, hat gespürt, was es heißt, als einzelner Spieler, der auf sich und sein Können gestellt ist, sein Ziel zu verfolgen und doch Teil des Ganzen zu sein. Die Spieler ducken sich in höchster Anspannung, sind im Sprung oder im Fallrückzieher erfasst, zeigen sich als blitzschnell reagierende, intelligente Kraftpakete - und niedergeschmettert auf dem Rasen. Harry Valerien, der Super-Profi über Jahrzehnte unter Sportjournalisten, hat einen Text dazu geschrieben. Darin bestätigt er der Künstlerin, dass sie sehr wohl wisse, "was ein Pressschlag ist, wie Spieler ein Foul begehen, sich aufstützen, ins Abseits laufen. Auch "die Hand Gottes (von Maradona, wem sonst?)" lasse sie nicht aus dem Spiel. Darin kann der Fußballfan, ob jung oder alt, sich wiederfinden. Was dagegen den Kunstinteressierten in die Ausstellung locken könnte, steht auf einem anderen Blatt: Da haben sich Malerisches und Grafisches, Figürliches und Abstrahiertes in einem ganz eigenen, lebendigen, pfiffigen, vielleicht manchmal etwas ironischen Spiel zusammengefunden. Da werden die Spieler in ihren bunten Trikots zu Tänzern ein Stück weit über dem Erdboden, gar zu Engeln, die das Fliegen proben und die Erdanziehung überwinden. Wo sind wir, das bildchensammelnde Publikum? Wir sind auch da, minimalisiert auf ein Gewebe aus Farbtupfern, ein jubelnder Teppich aus Begeisterung, jeder einzelne er selbst und doch ein Teil des Ganzen. Wie die Klassespieler aus aller Welt, die bald bei uns anreisen werden. Text von Ingrid Zimmermann |